Fast alle Marzyaner waren in Familien untergebracht, die sich sehr um das Wohlergehen ihrer Gäste bemühten und die dafür ein besonders großes Dankeschön verdient haben.

Das Wetter meinte es wirklich gut mit Gastgebern und Besuchern, die sich am zweiten Tag des Jubiläums bei strahlendem Sonnenschein zu einer Schiffstour von Boppard nach Oberwesel aufmachten und das Rheintal von seiner allerbesten Seite erlebten. Für die Organisatoren einer solchen Feier gibt es nichts Schöneres als lauter entspannte Menschen mit einem Lächeln auf dem Gesicht zu sehen, die sich ganz offensichtlich sehr wohl fühlen. Und so blieb es auch bei der Führung durch Oberwesel, die von Frau Birgit Altenhofen, Französischlehrerin und leidenschaftliche Gästeführerin im Mittelrheintal lebendig, anschaulich und perfekt ins Französische übersetzt wurde.

Am Abend dann das Glanzlicht der Jubiläumsfeier: Der große Festabend in der Mosellandhalle mit hervorragendem Essen vom Hotel Restaurant Pistono, das auch den größten Gourmet begeisterte, mit sehr gelungenen Auftritten Dieblicher Vereine, wie dem MGV „Viktoria“ Dieblich mit dem gemischten Chor unter der Leitung von Jens Konieczny, dem Karate Dojo Kitai Dieblich, der unter der Leitung von Sensei Andreas Sartorius beeindruckend sein Können demonstrierte und den unvergleichlichen „Glimmergirls“ der Ka+Ki Dieblich, die den glanzvollen Schlusspunkt des Programms setzten. Dazu noch der temperamentvolle und großartige Auftritt der Sopranistin Daniela Dott, die von Raimund Bruder am Klavier begleitet wurde und, nicht zu vergessen, die „Liesenfelder Dorfmusik“ unter Leitung von Clemens Reez, die den ganzen Abend musikalisch begleitete und dabei eine verblüffende Vielfalt an Stilrichtungen absolut souverän darbot. Auch die Gäste waren mit der Volkstanzgruppe „La Sabotée Marzyate“ auf der Bühne vertreten und boten einen gelungenen Querschnitt traditioneller burgundischer Tänze.

Der offizielle Teil der Feier gestaltete sich, sehr zur Freude aller Anwesenden, ausgesprochen entspannt und geradezu charmant. Dies war den beiden Bürgermeistern, Louis-François Martin aus Marzy und Andreas Perscheid aus Dieblich, zu verdanken, die beide bei ihren Reden passende, ja berührende Worte fanden, dabei jedoch auf alles allzu Steife und Hochtrabende verzichteten und natürlich den Dieblicher Weinmajestäten, Weinkönigin Michelle I. und ihrer Prinzessin Eva, die die Gäste sehr gekonnt auf Französisch begrüßten und es sich nicht nehmen ließen, den ganzen Abend mit ihrer Anwesenheit zu bereichern und zu verschönern.

Die Gäste aus Marzy hatten viele wunderschöne Gastgeschenke im Gepäck, die von Bürgermeister Martin und dem Vorsitzenden des Freundschaftskreises in Marzy, Christophe Frougnot, (meist) mit den obligatorischen „bises“, also Küsschen, an die Gemeinde, den FSK Dieblich-Marzy e.v. und  die Weinmajestäten verteilt wurden. Selbstverständlich gab es auch für die Gäste Geschenke von Seiten der Ortsgemeinde und vom FSK, der für jeden Gast aus Frankreich ein persönliches Präsent vorbereitet hatte. Bei den Geschenken gab es noch eine kleine Überraschung: Martin Bartmann, der Vorsitzende des Freundschaftskreises Waldesch-Lucenay, der am Festabend teilnahm, überreichte der Vorsitzenden des FSK Dieblich-Marzy e.V. einen liebevoll und sinnig zusammengestellten Präsentkorb.

Eine Überraschung erwartete auch diejenigen unter den deutschen Gastgebern und den französischen Gästen, deren Freundschaft schon so lange währt, wie die Gemeindepartnerschaft besteht. Ortsbürgermeister Perscheid überreichte acht Familien aus Dieblich und Marzy eine Ehrenurkunde für ihr vorbildliches Engagement für die deutsch-französische Freundschaft, der sie seit nunmehr 35 Jahren die Treue halten. Darunter auch den Familien Wohlgemuth und Siguret, die mittlerweile in der dritten bzw. sogar vierten Generation Freunde sind. Auch Herr Hans-Wilhelm Sackenheim, der zu den Dieblicher Pionieren bei der Entstehung der Partnerschaft gehört, wurde geehrt, ebenso wie Bürger-meister Martin, der in Marzy zu den Wegbereitern gehörte.

Den letzten Tag des Festes verbrachten die meisten Besucher mit ihren Gastfamilien, doch ein gutes Dutzend Boule-Begeisterte fand sich auf dem Dieblicher Sportplatz ein, um sich ganz entspannt einer Partie des französischen Nationalsports zu widmen. Wohl versorgt machten sich die Gäste aus Marzy am frühen Nachmittag auf die (leider) sehr lange Heimreise. Bei ihren Abschiedsworten dankte die Vorsitzende des FSK noch einmal allen, die dieses Festwochenende zu einem unvergesslichen Erlebnis machten: Der Grundschule, den mit Auftritten beteiligten Vereinen und den Vereinen, die materiell und/oder personell geholfen hatten, d.h. der Ka+Ki, der Feuerwehr, den Möhnen, dem Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde, dem FSV, dem DRK, den freiwilligen Helfern hinter den Kulissen und natürlich den Vorstandsmitgliedern des FSK, ohne deren unglaublichen Einsatz das Ganze nicht funktioniert hätte. Mit einem letzten: „Vive l’amitié!“ (‚Es lebe die Freundschaft) verabredeten sich Dieblicher und Marzyaner zu einem baldigen Wiedersehen an der Loire.